Édouard Manet: Das Frühstück im Grünen – diesmal in Ingolstadt

Die Landesgartenschau in Ingolstadt. Alleine der Name lößt bei mir irgendwie Bilder eines Seniorenspaziergangs aus. 🙂 Nicht dass ich die Natur und Blumen nicht mag, im Gegenteil. Nur hatte ich bisher wohl nicht den richtigen grünen Daumen dazu.

Quelle wikipedia

Diesmal soll es aber doch etwas anderes sein. Die Landesgartenschau kam 2020 nach Ingolstadt und musste sich leider um ein ganzes Jahr wegen der Pandemie verspäten. Die armen Gärtner und die noch ärmeren Pflanzen. Dafür sollte es aber im Juni 2021 noch so viel schöner werden.

Man fühlt sich ein wenig verrückt, wenn man so hohe Eintritte für einen Park bezahlt, aber man tröstet sich auch damit ein gutes Werk getan zu haben. Diesen Anlass wollten wir aber sogleich nutzen um ein Picknick zu machen. Ihr meint wieder so ein altmodisches Zeugs? Weit gefehlt. Aber in einem Punkt habt ihr Recht. Der Begriff Picknick oder „das Speisen im Freien“ hat schon eine sehr lange Tradition und Historie.

Ein Picknick ist eine im Freien eingenommene Mahlzeit. Oft ist ein Picknick verbunden mit einer Pause während eines Ausflugs. In diesem Zusammenhang häufig verwendete Utensilien sind der Picknickkorb, die Picknickdecke oder das Picknickgeschirr, wobei hinter diesen Begriffen nicht zwingend eine besondere Beschaffenheit stehen muss.

Quelle: wikipedia

Soweit die Definition von wikipedia, was ein Picknick ist. Nun, das ist jetzt ja wohl nichts Neues. Aber woher kommt eigentlich dieser komische Begriff Picknick? und warum sollte es so eine Historie haben und sogar Künstler inspirieren, wie Eingangs erwähnt Manet?

Das gemeinsame Essen im Freien kennt man also schon von der Antike. Nicht nur weil man kein Dach über den Kopf hatte 🙂 sondern weil es ein gesellschaftliches „Happening“ war. Die Griechen nanten es Eranos, die Römer Prandium. Aber die Franzosen haben das Picknick in den Adelsstand erhoben 🙂 hättet ihr gedacht es wäre jemand anderes?

Niemand kann eine Feldarbeiter-Brotzeit so edel und vollkommen präsentieren wie der Adel des Barock in Frankreich. seufz ! ich höre jetzt schon die Kristallgläser klirren nebendem die Bienen summen …. räusper… oh sorry, zurück zum Text. Wer das Picknick aber besonders populär machte, waren dann doch wieder die Briten. Genau genommen Queen Victoria persönlich. Bei ihr ging es aber meistens mehr um Tee im Picknick-Korb statt um Champagner, was ich den Franzosen mal unverblümt unterstelle 🙂

Das berühmteste Bild in der Kunst ist natürlich die berühmteste Darstellung eines Picknicks in der bildenden Kunst Le déjeuner sur l’herbe von Édouard Manet die nackte Frau (neben den angezogenen Männern).

Nun zurück zur Landesgartenschau 🙂 Es verblüfft mich tatsächlich sehr als urbanes Kind, was Gärtner und Floristen alles zustande bringen. Und gleichzeitg ist es wie ein Zauber. Es kommt in mir auch gleich der Wunsch auf, dass viel mehr Floristen und Gärnter in die Städte gehören um mehr von dieser schönen Natur und diesen besonderen Blumen näher an die Menschen zu bringen. Das Blumenmeer in dieser Ausstellung, der Geruch der Blumen, die Farben… ihr seht, es hat mich beeindruckt. Aber noch bin ich nicht zu Ende. Zurück zum Picknick.

Ihr merkt schon, schöne Blumen und Natur und im Freien speisen, hat schon mal eine gute Basis. Und genau das haben wir natürlich auch gemacht. Den obligatorischen Picknick-Korb gepackt. Den Champagner eingekühlt (diesmal ein wundervoller Ruinart) und um beim französischen zu bleiben, eine feine Quiche Lorraine (natürlich selbstgemacht). Ein sehr schönes Rezept dazu, findet ihr im Blog von Aurelie Bastian. Ich verfolge sie seit Jahren und finde ihre Art und ihre Küche traumhaft.

Wie schön und wie einfach kann man sich so einen Sommertag versüßen, Sonne, Champagner, Quiche,…was will das Herz mehr. Seit diesem Tag bin ich definitiv ein Picknick Fan. Und jeder Park wird danach beurteilt wie picknick-fähig er ist. Es hat auch etwas sehr sinnliches am Boden auf einer Decke zu liegen und es wie die Römer und Franzosen sich richtig gut gehen zu lassen. Mit Champanger in der einen Hand und vielleicht Trauben in der anderen. Da kommen die guten Gespräche fast von alleine 🙂

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