Meine liebe Leserschaft,
es heißt mal wieder
„Mehr Kultur bitte!“
Die großen Opernhäuser dieser Welt wie die MET in New York, die Staatsoper in München oder die Elphi in Hamburg, lassen einen doch sehr versnobt und verwöhnt zurück. Nicht, dass ich schon alle dieser Häuser besucht hätte, aber man konsumiert doch sehr gerne und auch sehr leicht die besten Sänger und Darsteller dieser Erde welche dir wahre Brocken ihrer Lebensenergie in ihren Vorstellungen zuwerfen. Nicht zu vergessen sind aber die ‚hidden champions‘, der aufstrebenden Künstler und die etwas kleineren Häuser. So weckt es einen doch die Neugierde, auf diese Weise die nächste Damrau oder den nächsten Pavarotti zu entdecken.

Eines dieser besonderen und etwas kleineren Theater ist das Theater in Regensburg und welches Stück ist wohl am prädestinierten (?) wie die „Zauberflöte“ von Mozart. In vielen klingen jetzt schon die einzelnen Arien wie „Der Vogelfänger bin ich ja“ oder die Königin der Nacht. Solltest du es noch nicht kennen, in meinen Augen ist es das pefekte Stück um sich mit der Oper vertraut zu machen. Mozart ist ein Popstar seiner Zeit und seine Kompositionen sind eher leicht verdaulich und nicht so schwer wie eine Wagner Oper oder ähnliches.

Das Theater in Regensburg sieht bereits schon von aussem am Bismarckplatz besonders schön aus. Und wie bereits vermutet findet man hier die hidden champions.
Mit der Mezzosopranistin Vera Semieniuk (2013), der Sopranistin Anna Pisareva (2017), dem Schauspieler Jacob Keller (2015) und der Sopranistin Sara-Maria Saalmann (2019) verzeichnete das Theater Regensburg in den letzten Jahren vier Preisträger des Bayerischen Kunstförderpreis in der Kategorie „Darstellende Kunst“. (Quelle: wikipedia)
Schreitet man durch das Eingangstor wird man von art deco überrascht in der Empfangshalle und noch einen Tick moderner sogar das Interieur rund um die Bar. Der Zuschauerraum beeindruckt aber doch mit Prunk aus ca 1849 welcher sehr viel Geschichte und auch einen Brand bis auf die Grundmauern in sich trägt. Erst 1998 konnte mit der letzten Sanierung alles wieder hergestellt werden. Wenn man so den Zuschauerraum betrachtet, könnte es wie eine kleine Schwester der Münchner Staatsoper sein. Welch ein Kompliment. Der Kronleuchter, die Ränge und auch die Fürstenloge lassen nichts an Eleganz oder Prunk fehlen. Es ist ein wirklich festliches Gefühl in diesen Räumen so wunderbare Werke wie z. B. von Mozart zu erleben.

Eine wundervolle Zusammenfassung der Handlung findet man unter: opernfan.de
In der Oper „Die Zauberflöte“ verliebt sich zu Beginn der Prinz Tamino in die schöne Pamina, die aber entführt ist. Gemeinsam mit dem Vogelfänger Papageno, einem umtriebigen jungen Mann im Federkostüm, rettet er seine Angebetete aus dem Palast des Entführers, des bösen Priesters Sarastro. Der erkennt die wahre Liebe des jungen Paares. Er lässt sie ein paar Prüfungen ablegen, damit sie sich ihrer Zuneigung sicher werden. Auch der Vogelfänger Papageno bekommt am Schluss ein Mädchen ab, sie heißt Papagena. Am Ende hat der böse Sarastro nur noch gute Seiten, die Bösen sind tot und die jungen Leute (Tamino und Pamina sowie Papageno und Papagena) verliebt und glücklich.

Ihr seht an Dramaturgie und Romance wurde nicht gespart. Und die Arien sind einfach wundervoll. Die moderne Aufführung in Regensburg hat mich überrascht und doch sehr begeistert. Christina Rümann hat als Königin der Nacht absolut überzeugt und ihre ganze Kraft in ihre Rolle gelegt. Frederic Mörth hat mich als Vogelfänger sehr begeistert.
Das aussergewöhnliche Bühnenbild und die Kostüme sind Michael Lindner zu verdanken. Nicht nur hat er einen interessanten 3D Effekt auf die Bühne gezaubert, es fielen auch Vögel von der Decke und es flogen Seifenblasen durch die Luft. So war es nicht nur überraschend sondern auch den ein oder anderen Lacher wert.
Die 1h 35 min der Aufführung vergingen wie im Fluge und das Happy End stimmte einen mehr als fröhlich wenn man danach in die kalte Nachtluft entlassen wird.
Das Theter in Regensburg ist keine Semperoper und auch keine MET, aber das soll es auch gar nicht sein. Es ist wunderbar so wie es ist und ist jeden einzelnen Besuch wert. In seinem Kontext ist es mir 5 von 5 Sternen wert. Es fehlt nur noch der Schaumwein an der Bar 🙂
Bis bald mal wieder