La vie en rose – der Spatz aus Paris

Ein Chansonabend mit Liedern von Edith Piaf

„Die Königin des Chansons“ – Edith Piaf ist weltweit der Inbegriff als berühmteste französische Chansonsängerin ab den 1940er Jahren. Ihre ausdrucksstarke Stimme und ihr expressiver Stil ist unverkennbar. Aber ihr Leben stand bei ihrer Geburt noch nicht unter einem guten Stern. Sie wurde 1915 in Paris geboren als Tochter einer Prostituierten und eines Akrobaten. Ihre Eltern kümmerten sich nicht um die kleine Edith und so wuchs sie bei Ihrer Großmutter auf und trat später als Sängerin im Zirkus ihres Vaters auf. Mit 15 Jahren verließ sie diesen um auf den Straßen von Paris zu singen. 1935 wurde sie entdeckt und es war auch das Jahr als ihre Karriere und der spätere Weltruhm begann. Ihre Chansons waren nicht nur melodisch sondern hatten auch interessante Texte über die menschliche Existenz, Liebe, Glück, Tod, Wiedersehen und Abschied. Sie ist eine Legende und das ehrt das Akademietheater in Regensburg indem es diese Art der Musik und den „kleinen Spatz“ zurück ins Leben holt. 

Über eine Arbeitskollegin von Tom haben wir den wunderbaren Tipp bekommen und dafür sind wir sehr dankbar. Wir waren beide zuvor noch nie im Akademietheater und das wobei Regensburg ein richtiges Theaterviertel hat. Gesagt, getan, die Tickets mussten her. 

Etwas ganz Besonders für uns, da wir ja sehr frankophil sind. Endlich wieder eintauchen in einen Hauch von Paris, der französischen Lyrik folgen und vielleicht sogar etwas französischen Schaumwein dazu genießen?! Wer weiß. 

Meike Fabian als Sängerin mit Matthias Friedrich, so das Plakat. Wir werden uns diese Namen, nach der Vorstellung noch lange merken. 

Es war der 19.12.2021 Mitten in der Weihnachts- und Winterzeit. Es war eisig kalt draußen und in einer dunklen Seitengasse entdeckten wir die richtige Adresse und so das Theater. Da wir solche Abende gerne zelebrieren, hatte ich große Freude daran, mir einen roten französischen Schmollmund zu schminken. Ich fühlte mich gleich wie eine waschechte „la Parisienne“. Das passende schwarze Kleid dazu und voila, schon ist man für den Abend gerüstet.

Am Empfang wurden wir sehr herzlich begrüßt und obwohl wir etwas zu früh waren führte man uns in einen entzückenden Zuschauerraum mit kleinen Tischchen mit roten Tischdecken. Wir fühlten uns wie in einem französischen Cabaret. Für uns waren es die besten Plätze und so hatten wir einen tollen Blick über den gesamten Raum und Bühne. Auf dieser war eine zauberhafte Bar-Atmosphäre als Bühnenbild aufgebaut. mit einem Strauß roter Rosen – wie auch sonst – „La vie en rose“. Meike Fabian war für uns an diesem Abend nicht nur eine Sängerin der wunderbaren Chansons von Edith Piaf, sondern sie war auch eine Geschichtenerzählerin und nahm uns an der Hand mit in die Welt von Paris der 1940er. 

https://www.adk-bayern.com/akademietheater/aktuelle-produktionen/detail/la-vie-en-rose

Sie erzählte uns aus dem Leben der Piaf und schlüpfte immer wieder – eingehüllt in fast mystischen Nebel – in ihre Haut um uns mit ihrer kraftvollen Stimme zu verzaubern. Den wer hätte gewusst, dass Edith Piaf auf dem Mantel eines Polizisten auf die Welt kam unter dem schummrigen Licht einer Straßenlaterne – so die Legende – oder das sie Marlene Dietrich liebte und umgekehrt. Das nur 1,50m zarte Geschöpf hatte eine sehr lieblose Kindheit bei ihrer Großmutter, welche ein Bordell führte. Umso schlimmer war dann der Verlust ihres Geliebten Marcel Cerdon, damaliger Boxweltmeister, der sie sehr schmerzte. Das alles perfekt begleitet von Ulli Forster am Klavier mit den weltbekannten Liedern, die Edith ausmachen. Lieder wie „Non, je ne regrette rien“ oder „La vie en rose“ durften hier nicht fehlen. Matthias Friedrich an der Geige begleitete bei „Padam Padam“ besonders schön. Claus Bächer begeisterte mit dem Arcordeon zu „Sous le ciel de Paris“ und Melanie Streitmanner spielte gekonnt den Kontrabaß. Der Zusammenhang der Freundinnen Edith Piaf und Marlene Dietrich wurde gewürdigt durch Lieder der Lili Marlene „ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“.

Am Ende dieser sehr schönen Veranstaltung, schwelten wir noch immer in Gedanken, in den Straßen von Paris und deren Geschichten wie nur das Leben sie schreibt. So war es eine Freude die Musiker noch in der Bar auf ein „Schwätzchen“ anzutreffen. Es fehlte zum perfekten Glück eigentlich nur ein Gläschen französischer Schaumwein, vielleicht beim nächsten Mal? 😉

Zusammengefasst war es ein gelungener Abend und wir planten gleich unseren nächsten Besuch im Akademietheater (the kraut). 

Ganze 4,75 von 5 Sternen für den tollen Abend. Die restlichen bis zur vollen Punktzahl gibt es wenn Champagner auf der Barkarte steht 😉 

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